Freitag, 29. September 2017

6 Jahre bimbambuki - Freitags | Rebus mit Verlosung

Dieser Blog ist mittlerweile sechs Jahre alt, und um das zu feiern, gibt es heute ein extra einfaches Geburtstags-Rebus: Gesucht wird ein leichter, spätsommerlich nostalgischer Fernwehsong.

Ausnahmsweise habt Ihr sechs Tage lang Zeit zu antworten. So lange bleiben Eure Kommentare verdeckt. Am Mittwoch, den 4. Oktober 2017, werden sie abends veröffentlicht. Dann erfahrt Ihr auch, wer gewonnen hat. Unter allen richtigen Antworten wird neben einem virtuellen Bienchen diese selbstgenähte, handbestickte Umhängetasche verlost:

Und weitere sechs Gewinner(innen) bekommen eine dieser handbestickten Karten:

Viel Spaß beim Raten!

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen im Alter von mindestens 18 Jahren mit Wohnsitz in Europa. Bei anonymem Kommentar bitte eine E-Mail-Adresse angeben. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.

Mittwoch, 27. September 2017

Me Made Mittwoch [Marimekko-inspirierte Jacke]

Sie ist fertig, die vom Marimekko Kipale Circle Dress inspirierte Jacke. Wie hier geschrieben, hatte ich mich vor einiger Zeit in dieses Kleid verguckt und überlegt, ob ich mir ein ähnliches Kleidungsstück selber nähen könnte. All die verschiedenfarbigen Baumwollstoffe, die ich gefunden hatte, waren eher fest als weich fallend, deshalb habe ich mich für eine Jacke entschieden. Als Schnitt habe ich - wie bei meinem pinkfarbenen Mantel - Burda 03/2014-103 genommen, dieses Mal in gekürzter Version.

Mein Patchwork entspricht nicht 1:1 dem Marimekko-Vorbild, sondern erinnert nur daran. Eine genaue Kopie wollte ich nicht. Nach ein paar Skizzen stand fest, wie es aussehen sollte.

Die vorderen Teile des Burdaschnitts habe ich mit Hilfe von Transparentpapier dupliziert, um sie später zu Schablonen zerschneiden zu können. Weil die Wiener Nähte meiner Meinung nach nicht zu den Kreissegmenten passten, habe ich die mittleren und seitlichen Schnitteile im unteren Bereich, wo sie sich aneinanderlegen lassen, zu einem Teil zusammengeklebt. Im Bereich der Brust, wo sie sich voneinander entfernen, ging das nicht, dort behielt ich sie - wie einen langen geschwungenen Abnäher - bei.

Die einzelnen Teile des Musters wurden aus den verschiedenenfarbigen Stoffen ausgeschnitten, wie beim English Paper Piecing um die Papierschablonen geheftet und von Hand zusammengenäht. Das relativ feste Transparentpapier von der Rolle, das ich in Berlin bei Stoff & Stil gekauft hatte, eignete sich gut dafür - mit dünnem Seidenpapier hätte es nicht funktioniert.

Ich beschloss, dass ich nur die Vorderteile patchen würde. Für den Kragen, die Ärmel, die Rückseite und die Belege kaufte ich schwarzen Wollstoff. Um das dünne, knittrige, wenig robuste Patchwork jackentauglich zu machen, schnitt ich die Vorderteile jeweils auch aus Softshell zu, heftete die Schichten aufeinander und nähte sie von Hand mit parallel verlaufenden Linien zusammen. Erinnert ein bißchen an Sashiko, finde ich.

Als ich damit fertig war und die Jacke ganz normal zu Ende nähen wollte, stellte ich beim Aufeinanderstecken der Vorderteile an das Rückenteil (und erst in diesem Moment!!) fest, dass etwas nicht stimmte. Die Schulterlänge der Vorderteile war ein paar Zentimeter schmaler - was um Himmels willen war passiert?

Als ich den Papierschnitt wieder hervorgekramt hatte, erstarrte ich. Beim Nähen meines Mantels hatte ich einen Streifen vom mittleren Vorderteil abgeschnitten, um ein Schnitteil für den Beleg zu erhalten, und genau dieser schmale Streifen fehlte jetzt auf beiden Seiten...

Einen Moment lang hätte ich heulen können, aber stattdessen habe ich geflucht, den Streifen mit Tesafilm wieder angeklebt und mir geschworen, alle Teile eines Schnitts immer und wirklich immer zu kopieren.

Dann murkste ich den Übergang von Rücken- und Vorderteilen zurecht, zwängte den Kragen irgendwie daran und nähte die Jacke zu Ende. Schließen lässt sich nicht, dafür sind die Vorderteile zu knapp. Aber da sie sowieso nicht warm hält, finde ich das nicht so tragisch. Hier in St. Petersburg müssen wir eh bald wieder die Wintermäntel hervorholen...

Mehr Frauen in selbstgemachten Kleidungsstücken sieht man heute wieder auf dem Me Made Mittwoch Blog.

Montag, 25. September 2017

Three Yellow Fish Quilt - Wer tauscht Stoff mit mir?



Einen Quilt in Blau wollte ich seit längerem nähen, und mehrere Baumwollstoffe in unterschiedlichen Blauschattierungen lagen in meinem Stoffschrank bereit. Mit all den schönen Sommerpostdrucken war auf einmal so viel Material vorhanden, dass ich loslegen konnte. Ich schnitt Quadrate mit einer Kantenlänge von 12 cm zu, die ich dann zu Half Sqare Triangles zerschnitt. Verflixt klein... aber  schön!

Dann stellte sich die Frage, welches Maß der Quilt haben sollte. Mein Acapulco Quilt misst 1,28 x 2,01 m groß (üppig und komfortabel), der Zou Bisou Bisou Quilt nur 1,00 x 1,53 m (ein bißchen zu klein, um sich gemütlich darin einzukuscheln). Ich brauche also mindestens 10 mal 15 Reihen, eher mehr. Die zugeschnittenen Dreiecke legte ich auf dem Fußboden aus und schob sie hin und her, bis mir das Layout gefiel. Drei leuchtend gelbe Schnipsel schwimmen auch im blauen Meer - ich konnte nicht widerstehen...

Schnell zeigte sich: Es waren noch nicht genug Dreiecke, bei weitem nicht. Ich fabrizierte daher selbst noch ein paar Musterstoffe, mit Stempeln und Pinsel und weißer Stoffmalfarbe auf leuchtend blauem Baumwollstoff. Das macht Spaß und braucht nicht viel Zeit. Aber es gibt immer noch einige Lücken im Layout, und mein Stoffschrank enthält nichts mehr, was ich verwenden könnte.

Deshalb meine dringende Frage: Wer hat Lust auf einen schnellen kleinen Stofftausch? Ich hätte gerne unifarbene und blaugemusterte Stoffe (womöglich Reste Eurer Sommerpostdrucke?) in reinen, eher kühlen Blautönen, quadratisch, 12 x 12 cm. Im Gegenzug schicke ich Euch etwas aus meinem Stoffrestebeutel (nur nichts Blaues, denn da gibt es nicht mehr). 

Hat jemand Interesse? Ich würde mich riesig freuen! Schreib mir doch bitte eine E-Mail (Adresse unter Kontakt) und sagt mir auch, was für Stoffreste Du gerne hättest.

Freitag, 22. September 2017

Freitags | Rebus #145

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

Gesucht wird heute der Name für eine spezielle... sagen wir... Technik, mit der ich mich gerne mal beschäftigen würde. Habt Ihr sie schon mal probiert? Die Bilder bitte beide auf englisch enträtseln! 

Übrigens: Nächste Woche gibt es hier ein Bloggeburtstags-Rebus - mit Extra-Verlosung...

Donnerstag, 21. September 2017

Post Kunst Werke [und ich]

Michaela und Tabea, die beiden Mail Art Künstlerinnen vom schönen Post Kunst Werk Blog, haben dazu aufgerufen, unsere virtuellen Ateliers sichtbar zu machen, uns vorzustellen und von unserem Werken zu erzählen. Das mache ich doch gern - willkommen in meinem Arbeitszimmer!

Das bin ich: Mond (mein Pseudonym, unter dem ich in der Bloggerwelt unterwegs bin), Anfang Vierzig, von Beruf Architektin, seit sechs Jahren Bloggerin und ansonsten passionierte Hobbyschneiderin, Quilterin, Stickerin und Bastlerin. Seit wir im Sommer 2015 von Berlin nach St. Petersburg gezogen sind, arbeite ich nur noch an verschiedenen kleinen Projekten und habe daher mehr Zeit als früher für meine architekturfernen Leidenschaften. Auf meinem Blog zeige ich überwiegend Genähtes für meine Kinder oder mich selbst. Außerdem gibt es hier Quiltprojekte und Stickereien, an jedem 12. des Monats 12 Bilder des Tages und jeden Freitag ein Rebus.

Als Michaela vor fünf Jahren zum allerersten Mal fragte, wer Lust habe, sich gegenseitig Sommerpost zu schicken, habe ich mich sofort gemeldet. Ich habe schon als Teenager gerne Briefe geschrieben und bekommen, aber im Laufe der Zeit wurden es immer weniger, bis der Briefkasten leer blieb. Festzustellen, dass es durchaus auch Andere gibt, die noch von Hand schreiben, die Briefumschläge aus Zeitschriftenseiten basteln, bestempeln oder bekleben und auf der Post extra nach bunten Marken fragen, war einfach toll.

Seitdem war ich schon oft bei den Post Kunst Aktionen dabei. Ich habe gestemptelte Tannenbäume umstickt und rot-weiße Bänder geflochten, dufte die Gastgeberin für den Sommer in der Schachtel sein, habe Mondmarken bemalt und Vögelchen kartoffelgedruckt, zum allerersten Mal ein Buch gebunden, ein Birkenwäldchen mit Agar gedruckt, das R vom Frühling gestickt, einen Katzen-Tetrapackdruck geschnitzt, Stoff im Siebdruckverfahren mit Fischen bedruckt, ein Rapportmuster entworfen und gestempelt, ein Minibuch gebunden und zum ersten Mal einen Sonnendruck auf Stoff probiert.

So manches Mal sind die Post Kunst Aktionen eine echte Herausforderung für mich, weil ich aus einer anderen Ecke komme und normalerweise mit anderen Materialien arbeite: Nähen und Sticken, Stoff und Faden sind mir so viel vertrauter als irgendeine bestimmte Art von Druck oder Buchbindung. Manche der Teilnehmerinnen haben sich möglicherweise schon mit der Technik beschäftigt, die bei einem Projekt verwendet werden soll. Bei mir ist das oft nicht der Fall.

Seit Michaela und Tabea den Anspruch der Aktionen hochgeschraubt haben und Kunst fordern, keine Bastelei, habe ich manches Mal Zweifel, ob ich wirklich mitmachen und das leisten kann - besonders, wenn mir die Technik nicht bekannt ist. Aber der Reiz ist dann doch größer als die Unsicherheit (schließlich beschäftige ich mich ja auch bei meinen sonstigen Arbeiten mit Mustern, Farben und Motiven), und deshalb wage ich es doch meistens. Meine Beiträge zu den Post Kunst Aktionen sind sicher nicht perfekt, aber immer mit Herzblut gemacht.

Wie nähert man sich einem neuen Thema? Bei mir geschieht das oft mit Hilfe von Skizzen. Als Architektin habe ich früher viel von Hand gezeichnet, und auch bei den meisten Nähprojekten wird bei mir am Anfang drauflos gekritzelt. Ich mag es, mit dem Stift in der Hand hin- und her zu probieren, mal auf losen Zetteln, mal in einem Skizzen- oder im Tagebuch. Manchmal träume ich auch beim Spazierengehen oder Metrofahren vor mich hin - Kopfkino, unterwegs.

Oft schiebe ich das Ausprobieren einer neuen Technik erstmal auf, weil ich mich nicht recht traue. Dabei macht es eigentlich immer Spaß und wird bloß unter Zeitdruck nicht besser. Stempelschnitzen und Tetrapackdruck fand ich nicht schwierig. Das erste Agar-Anrühren ging völlig in die Hose, aber dann war das Arbeiten mit der Glibbermasse reizvoll, weil das Ergebnis nicht vorhersehbar war. Siebdruck lässt sich, wie ich herausfand, selbst mit improvisiertem Zubehör machen - einem Stickrahmen, einem Rest Tüll und einer alten Kreditkarte. Die Sonnendruck-Technik ist herrlich einfach und irgendwie magisch. Und selbst das Buchbinden kann man als Laie mit Hilfe einer guten Anleitung lernen. 

Am meisten arbeite ich in meinem Arbeitszimmer, und dort am liebsten auf dem Boden. Dieser dunkelbraue Teppich taucht deshalb auch auf vielen meiner Fotos auf. Ich dokumentiere gerne den Entstehungsprozess. Erstens schaue ich selbst gerne Anderen beim Werkeln über die Schulter. Zweitens erinnert man sich damit im Nachhinein besser an Fehler, die man gemacht hat, oder findet Verbesserungsmöglichkeiten. Und drittens ist es nett, eine Erinnerung zu haben, da die Werke ja später in alle Himmelsrichtungen verschickt werden.

Jedes Mal lerne ich etwas dazu. Zum Beispiel, dass es wichtig ist, gutes, stabiles, haltbares Material zu verwenden. Und dass es Sinn macht, eine Technik vorher ausreichend zu probieren und, falls nötig, auch mehrere Anläufe zu unternehmen, bis man hundertprozentig zufrieden ist.

Und wenn dann die Werke der Anderen ankommen und man sich täglich oder wöchentlich über aufwendig gestaltete Umschläge und handgeschriebene Karten freuen und all die unterschiedlichen Ausführungen bewundern kann und alles zu einem Gemeinschaftswerk zusammenwächst - dann ist das einfach nur großartig. Wie schön, dass es immer wieder neue Post Kunst Aktionen gibt. Ich freue mich schon auf die nächste!

Dienstag, 19. September 2017

Herbstliche Sterne

Die goldbraune Cordjacke, die ich dem Jungen vor zwei Jahren genäht habe, wird immer noch heiß geliebt, auch, wenn sie ihm mittlerweile eindeutig zu klein ist und die Ärmel knapp unter den Ellenbogen enden. Einmal hat er die Jacke nach dem Zubettgehen heimlich über dem Schlafanzug angezogen, die Kapuze aufgesetzt, sich eingekuschelt und ist so glücklich eingeschlafen.

Es war Zeit für eine neue Herbstjacke nach dem selben Schnitt. "Hopping Magpie" aus der Ottobre 4/2014 geht allerdings nur bis Größe 128 - die Größe 134 habe ich mir deshalb selbst zusammengebastelt. Anders als beim Original gibt es bei diesem Modell keine Teilung und keine aufgesetzten Taschen. Stattdessen habe ich seitliche Nahttaschen vorgesehen.

Der dunkelblaue Sternenstoff ist ein Softshell von Stoffe Werning aus Herford, einem netten und gut ausgestatteten Laden in meiner Heimatstadt. Zum ersten Mal habe ich die Schulter- und Kapuzennähte mit einem aufbügelbarem Abdichtband von Extremtextil versiegelt, damit die Jacke wasserfester wird. Ob das etwas bringt, wird sich zeigen.

Gefüttert ist die Jacke mit einem weichen grasgrünen Fleece, und damit der Junge in der dunklen Jahreszeit gut sichtbar ist, gibt es wieder einmal Details aus reflektierendem Material: neben leuchtenden Bändern auf den Ärmeln, einem Streifen auf der Kapuze und einem unter meinem bimbambuki-Label habe ich die Umrisse eines Sterns aus Reflektorfolie aufgenäht.


Montag, 18. September 2017

Blaugedrucktes aus dem Briefkasten

Die Sommerpost 2017 ist vorbei, aber ich möchte Euch unbedingt noch zeigen, was ich für wunderschöne Drucke von den anderen Teilnehmerinnen meiner Gruppe bekommen habe. Von links oben nach rechts unten:

Feingeschwungene Ranken und Sternchen von Liliane [ohne Blog],
Strichblumen mit Masking-Tape-Rand von Michaela von Müllerin Art
Fliesenbruchstücke von Carola von nuuudldickedirn
halbtransparente Blätter von Sabrina von SMALL CAPS,
ein florales Gittermuster von Stefanie von Steffi's Art Blog
ein Extradruck aus Potsdam von Anke (lieben Dank für den Tausch!)
ein Vogel mit Riesenblumen von Heidi von Mein Sonnentagebuch,
Fliegende Kraniche von Lisa von strohzugold.
Das letzte ist mein eigener Blätter- und Gräserdruck

Herzlichen Dank für Eure Drucke, ich habe mich über jeden einzelnen gefreut und gestaunt...

Alle Sommerpostbeiträge findet Ihr auf dem Post Kunst Werk Blog.

Freitag, 15. September 2017

Freitags | Rebus #144

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

Heute wird der Name eines über hundert Jahre alten Romans gesucht, geschrieben von einer Schriftstellerin, die damals nur unter männlichem Pseudonym veröffentlichen durfte.

Dienstag, 12. September 2017

12 von 12 im September

Es ist Dienstag, der 12. September, und wie an fast jedem 12. des Monats gibt es hier wieder 12 Bilder des Tages. An diesem eher frühherbstlichen als spätsommerlichen Tag in St. Petersburg stellen wir um zwanzig vor sieben fest: Diese Kinder können heute nicht zur Schule gehen, sie sind verschnupft und heiß und husten.

Der Mann geht aus dem Haus, wir drei bleiben daheim. Um die Kinder ein bißchen zu verwöhnen, mache ich ihnen zum Frühstück Pfannkuchen mit Blaubeermarmelade. Als der Junge in die Küche kommt, ruft er erfreut: "Oh, Blini!" (So heißen sie hier in Russland). Nachdem beide drei Pfannkuchen verdrückt haben, wird eine Weile ruhig gespielt.

Die Pläne für heute sind mehr oder weniger im Eimer, also nutze ich die Gelegenheit und kümmere mich stattdessen mit mäßiger Begeisterung um den Haushalt. Vier Betten werden abgezogen, vier Waschmaschinenladungen gewaschen, vier Sommer- gegen Winterdecken getauscht.

Eigentlich würde ich ja gerne ein bißchen an meinem derzeitigen Projekt weitersticheln, aber vernünftigerweise flicke ich stattdessen das Duschhandtuch des Mannes, in dessen Mitte ein Riesenloch gähnt (was hat er damit angestellt? Einmal durchgetreten?), trenne die abgerissenen Aufhänger ab und nähe neue Schlaufen an.

Wenn eine Waschmaschinenladung fertig ist, fülle ich die Maschine mit der nächsten. Die Kinder spielen unten Kaufmannsladen. Ich höre Sting, ziehe Betten ab und putze das Bad. Meine Lieblingsbeschäftigung: Die Zahnpastaflecken vom großen Badezimmerspiegel abkratzen.

Um die Mittagszeit habe ich zum ersten Mal nach der Sommerpause wieder Russischunterricht. Den Kindern geht es schon viel besser, so dass sie ein Stündchen allein zu Hause bleiben können. Auf der Straße erfreue ich mich an einem frisch gelb gestrichenen Blindfenster.

Nach dem Unterricht mache ich mich schnell wieder auf den Weg nach Hause. Es ist ein seltsames Wetter - grau und drückend, fast schwül. Zum Kopfschmerzen kriegen. Ich knöpfe die Jacke auf und beeile mich. Trotz Grau leuchten die Auslagen der Obst- und Gemüsekioske so schön.

Auf dem Rückweg kaufe ich beim Bäcker um die Ecke rasch noch etwas fürs Mittagessen ein: пирошки с курицей и морковью (Piroschki mit Hähnchen und Möhren) und für den Jungen Сосиски в тесте (Würstchen im Teigmantel). Heute habe ich keine Lust zu kochen, ich mache nur einen schnellen Gurkensalat dazu.

Zu Hause essen wir zusammen. Danach mache ich ein paar Fotoexperimente: Ich halte eine weiße Plastiktüte vor den Blitz, um ihn etwas abzumildern (was nicht gut funktioniert, ich werde es mal mit einem aufgeblasenen weißen Luftballon probieren), und fotografiere durch den Boden meines Wasserglases.

Am Nachmittag soll es eigentlich gewittern, aber es bleibt trocken. Immerhin ist es in der Wohnung nicht so drückend wie draußen. Die Kinder räumen die Spülmaschine aus. Ich trinke einen Kaffee und beziehe die Betten neu. Heute ist wirklich kein besonders aufregender Tag...

Als nichts weiter zu tun ist, mache ich es mir mit den Kindern auf dem Sofa gemütlich. Wir knabbern Chips und Mandeln und gucken "Ocean's 13", wie ich es ihnen am Vormittag versprochen hatte. Nebenbei sticke ich ein bißchen an meinem Projekt weiter. Das ist eine schön entspannende Beschäftigung.

Nach dem Film liest mir der Junge, unterm Wohnzimmertisch liegend, aus einem Buch vor. Der Mann kommt nach Hause, es gibt Abendessen, die Kinder werden ins Bett gebracht. Morgen können sie sicher wieder zur Schule gehen. Und ich freu mich jetzt auf ein Glas Wein und ein paar Folgen "New Girl".

Die 12 von 12 werden wie immer bei Caro gesammlt. Und was habt Ihr heute gemacht?

12 von 12 im September 2016
12 von 12 im September 2015
12 von 12 im September 2014
12 von 12 im September 2013
12 von 12 im September 2012

Montag, 11. September 2017

Mit der Sonne gedruckt

Wer hier schon länger liest, weiß, dass ich mit großem Vergnügen an den Mail Art Aktionen von Michaela und Tabea teilnehme, die dreimal im Jahr - im Frühling, im Sommer und in der Adventszeit - stattfinden. In den letzten Jahren musste ich allerdings aus Zeitgründen bei den Sommerpostaktionen passen, aber das kam dieses Mal nicht in Frage. Denn das Thema lautete Sonnendruck in Blau. Die acht Teilnehmerinnen jeder Gruppe bedruckten acht 25x25 cm große Stücke Baumwollstoff, von denen sieben an die Anderen verschickt und eins behalten wurde. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Man konnte mit Cyanotypie arbeiten oder mit Inkodye, einer lichtempfindlichen Farbe. Ich habe mich für den sogenannten Sonnendruck entschieden, ein faszinierendes Verfahren, bei dem der Stoff mit verdünnter Stoffmalfarbe bestrichen und mit den Druckmotiven belegt wird, deren Umrisse, während der Stoff trocknet, aufgrund der Wanderung der Farbpigmente zu den freien Stellen abgebildet werden. Ich habe an einem herrlich heißen Sommertag im Garten meiner Eltern gedruckt - optimale Bedingungen für diese Technik.

Die Stoffstücke wurden angefeuchtet und mit Hilfe eines breiten Pinsels mit verdünnter blauer Stoffmalfarbe bestrichen. Meine Tochter rannte währenddessen im Garten umher und sammelte Material. Die unterschiedlichen Farne, Blätter und Gräser wurden aufgelegt und leicht angedrückt. Bei meinem ersten Versuch hatte ich eine Glasplatte als Abdeckung benutzt, unter der sich jedoch Tropfen bildeten und der Stoff nur langsam trocknete. Dieses Mal war es windstill, so dass ich darauf verzichten konnte.



Mittlerweile haben meine Drucke die anderen Sommerpostlerinnen meiner Gruppe hoffentlich gut erreicht. Was ich Schönes von Lisa, Sabrina, Heidi, Carola, Michaela, Liliane und Stefanie bekommen habe, zeige ich Euch demnächst, und die Beiträge aller Teilnehmerinnen findet Ihr auf dem Post Kunst Werk Blog.

Freitag, 8. September 2017

Freitags | Rebus #143

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

Heute wird der Name eines männlichen Filmcharakters gesucht, den mein 6-jähriger Sohn so lustig und cool findet, dass er ihn seinen Freund nennt. Das zweite Bild bitte auf deutsch enträtseln!

Donnerstag, 7. September 2017

Zum neuen Schuljahr

Zum Beginn des neuen Schuljahrs bekommt das Mädchen immer ein neues Kleid. Den Schnitt dafür kann sie selbst bestimmen. Dieses Jahr stand schnell fest: Es wird wieder ein Curly Print aus der Ottobre 06/2013, dieses Mal in Größe 140. Auch den Stoff hat das Mädchen selbst ausgesucht, einen feinen schwarz-weiß gemusterten Baumwolljersey, den wir aus Berlin mitgebracht haben.

Ich hatte völlig vergessen, wie aufwendig der Schnitt ist, wenn man ihn genau nach Anleitung näht. Es gibt viele Schnittteile, die man sowohl aus dem Außen- als auch aus dem Futterstoff zuschneiden muss, und dann ist da das Verstärken von Kanten und das Einkräuseln und der verdeckte Reißverschluss...

Im Nachhinein ging mir auf, dass ich auf die Wiener Nähte natürlich getrost hätte verzichten können. Bei einem derart wild gemusterten Stoff (der zudem noch dehnbar ist) sieht sie kein Mensch...